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November 11 2018

paket
08:59

Den Frieden erkämpft

Vor 100 Jahren unterschrieb Deutschland einen Waffenstillstand. Matrosen und Arbeiter hatten das Kriegsende erzwungen und die Restaurierung des kaiserlichen Autokratismus verhindert (junge Welt)

Von Martin Seckendorf

October 29 2018

paket
12:01
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Tags: krieg
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October 10 2018

paket
08:03

Fluchtursachen bekämpfen: Theorie und Praxis der Bundesregierung

Zusätzliche Einnahmen des Bundes sollen 1:1 auf Verteidigungs- und Entwicklungsministerium verteilt werden. So steht es im Koalitionsvertrag. Im aktuellen Haushaltsentwurf für 2019 erhält der Verteidigungsetat fast das 15fache! Dem Entwicklungsminister Müller (CSU) ist am Mittwoch wenigstens ein bisschen der Kragen geplatzt …

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Versprechen im Koalitionsvertrag: Zusätzliche Haushaltsmittel gehen 1:1 an Verteidigung und Entwicklungshilfe

Wie oft haben wir das jetzt schon gehört aus Politikermund?! Dass Fluchtursachen bekämpft werden müssen, indem (Entwicklungs-)Hilfe vor Ort geleistet wird. Selbst in den Koalitionsvertrag hat es diese Absicht geschafft. Dort ist vereinbart, dass „zusätzliche Haushaltsspielräume“ ab 2019 im Verhältnis 1:1 aufgeteilt werden auf den Verteidigungshaushalt und den Haushalt des Entwicklungsministeriums. Dort sollen sie verwendet werden für Krisenprävention, humanitäre Hilfe, Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit.

Absicht im aktuellen Haushaltsentwurf für 2019: Das 15-fache geht an Verteidigung

Diese hehre Absicht ist offensichtlich unter die Räder der Trump’schen Drohungen geraten: Denn in den aktuellen Haushaltsansätzen für 2019 erhält der Verteidigungshaushalt zusätzliche Mittel in Höhe von 4,38 Milliarden Euro. Für den Etat des Entwicklungsministers bleiben gerade mal ein Plus von 295 Millionen Euro. [1] ...[weiter]...

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September 26 2018

paket
13:00

Aufbauer des Tages: Josef Käser (junge Welt)

Von Simon Zeise

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Siemens-Chef Josef Käser Foto: Daniel Kramer/REUTERS

Wirtschaftspolitik betreibt man mit dem Kanonenboot. Deutsche Awacs-Aufklärungsflugzeuge ­sicherten 2003 den US-Invasoren den Luftraum über dem Irak, damit beim Massenmord an der Bevölkerung auch nichts schief ging. Der BND lieferte mit dem Fall »Curveball« die Lügen, auf die sich die Bush-Regierung stützte, als sie behauptete, die Regierung Saddam Husseins verfüge über chemische Massenvernichtungswaffen. Bereits 2015 lag die Zahl der Todesopfer des »Kriegs gegen den Terror« in Afghanistan, Irak und Pakistan bei mehr als 1,3 Millionen.

Wo viel Blut fließt, freut sich die deutsche Industrie. Josef Käser jubiliert. Der Siemens-Boss steht vor dem größten Auftrag der Unternehmensgeschichte. Er darf den zerstörten Irak wieder aufbauen. Die Elektrifizierung des Landes soll 13 Milliarden Euro in die Konzernkasse spülen. In Deutschland gehen dafür die Lichter aus. Das Werk in Offenbach werde endgültig geschlossen, in Mühlheim ist für 600 und in Berlin für 700 Kollegen Schluss, berichtete die Offenbach Post am Dienstag. Ziel im Irak sei es hingegen, bis zu 60.000 Arbeitsplätze zu schaffen sowie den Kampf gegen Korruption zu unterstützen.

Mit Korruption hat man in München Erfahrung. Firmenintern sollen bis 1997 Codes genutzt worden sein, um Schmiergeldzahlungen anzuweisen. Den Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld und den Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich von Pierer kostete die Affäre den Job. Oder: Als Griechenland 2014 bereits die Daumenschrauben der »Troika« angezogen wurden, kam ans Licht, dass Siemens 70 Millionen Euro in gute Beziehungen investierte, um einen Großauftrag des staatlichen Telekommunikationskonzerns OTE im Wert von 464,5 Millionen Euro zu ergattern. Käser hat die Affäre nicht geschadet. Er sitzt seit 2013 als Firmenboss fest im Sattel. Die Zeit heilt alle Wunden – und die Leichen bleiben ungezählt.

paket
11:31

BDI bestellt »Reformen« (junge Welt)

Industriellenverband rechnet mit konjunktureller Abkühlung und verlangt Senkung der Unternehmenssteuern. Merkel will bald liefern

Von Nico Popp

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Zu Gast bei Freunden: Bundeskanzlerin Merkel am Dienstag beim »Tag der deutschen Industrie«, flankiert von WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo (links) und BDI-Präsident Dieter Kempf Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet mit einem Ende der mehrjährigen Phase kapitalistischer Konjunktur. »Die Hochphase der weltwirtschaftlichen Erholung ist vorbei, die Investitionstätigkeit hat sich abgeflacht«, sagte BDI-Chef Dieter Kempf am Dienstag in Berlin beim »Tag der deutschen Industrie«, der in diesem Jahr unter dem Motto »Risiko« stand. Vor allem der deutsche Export werde immer stärker bedroht, betonte Kempf unter Verweis auf den Handelsstreit mit den USA und den Austritt Großbritanniens aus der EU. Gerade wegen des hohen Exportanteils gelte: »Deutschland ist angreifbar.« Man solle sich »auf den Abschwung der Konjunktur gefasst machen. Deshalb müssen wir jetzt vorsorgen.«

Welche Wege diese »Vorsorge« am Ende nehmen wird, war bei der Auftaktveranstaltung am Vorabend einer kurzen, mit Beifall bedachten Rede von Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, zu entnehmen. Ischinger konstatierte »massive Kräfteverschiebungen«, die »uns alle nachhaltig treffen werden«. Dann beklagte er unter Verweis auf die Lage im Südchinesischen Meer, dass einmal ein Bundespräsident zurückgetreten sei, weil »man« ihm nicht habe erlauben wollen, an dem Satz festzuhalten, dass »freie Handelswege ein deutsches Interesse sein könnten«, zu »deren Verteidigung man möglicherweise auch militärische Mittel einsetzen müsse«.

Bevor allerdings in Südostasien geschossen wird, um deutschen Waren die Bahn frei zu machen, will Kempf erst einmal im eigenen Haus Ordnung schaffen: »Reformen« müssen her, »mehr Wirtschaft« müsse »gewagt« werden. Kempf verlangte am Dienstag von der Bundesregierung, aus dem »Selbstgesprächemodus« herauszukommen. Im Stile einer Befehlsausgabe erklärte er in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel: »Andernfalls hilft nur Durchgriff oder personelle Veränderung.« Von einer derart aufgemöbelten Regierung verlangt Kempf vor allem Steuererleichterungen für Unternehmen: Deutschland entwickele sich »vom Hoch- zum Höchststeuerland«, während weltweit, etwa in den USA, die »Regierungen munter die steuerlichen Rahmenbedingungen zu verbessern suchen«. Die Bundesregierung schaue dem tatenlos zu: »Das grenzt fast schon an unterlassene Hilfeleistung.«

Merkel hat verstanden. Man könne sich, teilte sie den BDI-Granden mit, in der Bundesrepublik natürlich »nicht einfach von der Welt abkoppeln«. Angesichts der internationalen Konkurrenz müsse man eine Absenkung der Unternehmenssteuern prüfen. Merkel kündigte zudem an, in der Koalition erneut über die ebenfalls von Kempf geforderte Abschaffung des Solidaritätszuschlages reden zu wollen. Den, suggerierte sie, gebe es nur noch wegen der SPD. »Ich stand vor der Frage, keine Regierung oder diese Entscheidung«, entschuldigte sich Merkel. »Dies fällt mir extrem schwer und ich halte sie auch nicht für gerecht.« Sie werde »immer und immer wieder« versuchen, eine Änderung zu erreichen.

Nach der Kanzlerin sprach Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Er kündigte »Entlastungsmaßnahmen« für »wirtschaftlich Aktive« in Milliardenhöhe an. Nur CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt reagierte verschnupft auf die Dienstanweisungen des BDI-Chefs. Die Regierung arbeite mit hoher Dynamik ihre Aufgaben ab und habe dabei »sehr viel richtig gemacht«. Er wünsche sich, dass die Industrie »die Erfolge« stärker anerkenne.

April 13 2018

paket
20:20

„Für die Bundesregierung erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert: ‚Auch bei diesem Giftgaseinsatz deuten die Umstände auf die Verantwortlichkeit des Assad-Regimes hin.‘ Das Vorgehen des Regimes sei abscheulich, menschenverachtend und es verstoße gegen elementare Regeln des humanitären Völkerrechts. Es dürfe nicht ungesühnt bleiben.“, schreibt die Tagesschau zu der gefälschten Giftgasattacke von Duma.

Interessant dabei ist, dass US-Verteidigungsminister James Mattis erst Anfang Februar in einer Pressekonferenz des Pentagon zugeben musste, dass die US-Regierung keinerlei Beweise für die angeblichen Giftgaseinsätze der syrischen Regierung hat, von denen immer die Rede war. Was also meint Seibert mit diesem „Auch bei diesem Giftgaseinsatz“?

Jens Bernert im Rubikon

April 11 2018

paket
21:10

Syrien "in a nutshell"?


Syrische Demonstrationen gegen Menschenrechtsverletzungen und der Ruf nach Reformen und Modernisierung von Teilen der Bevölkerung waren ein "willkommener Moment", um ausländische Wirtschaftsinteressen in Syrien mit Gewalt durchzusetzen.

Wäre Assad kein Partner Russlands und Irans, wäre er kein "Despot", sondern ein "gern gesehener Reformer, ein Partner der westlichen Werte".
Der einzige Grund für die Dämonisierung und Umdeutung einer "Regierung" zu einem "Regime" liegt in geostrategischen Interessen:
- Die USA wollen jegliche unbeugsamen Konkurrenten aus dem Weg räumen die ihnen Paroli bieten, und keine Bündnisse zulassen, die sie bei der globalen Umsetzung ihrer Interessen behindern.
- Iran wird von Israel als Bedrohung angesehen
- Vermutlich Gaspipeline Interessen Qatar-EU versus RU-EU

* * *

Ohne Einmischung ausländischer Militärmächte wäre das nie so eskaliert mit Hunderttausenden Toten.

Also nimmt man das bei solchen Regime-Change Aktiviäten bewusst in Kauf, bzw. es ist völlig wurst.

Demonstrationen von Syrern wurden seitens ausländischer Geheimdienste unterstützt und missbraucht, um Gründe zu konstruieren, in Syrien militärisch ein Fass aufzumachen, man ist quasi "froh", irgend was zu haben, was man als "Legitimation" nutzen kann.

"Für die Menschen und so".

Die Syrer interessieren keine der Konfliktparteien, wobei am ehesten noch die syrische Regierung.

Für den Rest sind sie Schutzschilde, Propaganda-Drama-Futter, Kollateral-Schaden.

Ob nun Putin / Assad "schuld" sind, wenn sie von USA gesponserte Islamisten-Hochburgen, die Zivilisten als Geiseln halten, Frauen missbrauchen, Männer köpfen "ausräuchern" und dabei auch Zivilisten umkommen, oder ob USA/France/Türkei/BRD/Saudis/Israel "schuld" sind weil sie den Konflikt anheizen, Waffen liefern, Propaganda machen - darüber kann man ein Weilchen diskutieren.

Wenn Russland Ende 2015 nicht eingegriffen hätte, wäre Assad nun längst weg, der IS und/oder andere Islamisten in Syrien an der Macht, Frauen als Sklavinnen gehalten, Männer geköpft.
Und dann würde die "westliche Wertegemeinschaft" treudoof eben DIESE Regierung bekämpfen, der Konflikt ginge ein paar Jahre weiter.
ODER die "westliche Wertegemeinschaft" würde mit dieser neuen Putschregieurng sich eben arrangieren, solange sie ihren Interessen dienlich ist.



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Tags: syrien krieg

February 27 2018

paket
11:47

February 25 2018

paket
18:25

Einheitsfront gegen Ankara / Syrien: YPG übergibt Stadtviertel in Aleppo an Regierungstruppen. Türkei bombardiert Hilfskonvoi für Afrin (junge Welt)

Nick Brauns, 24.02.2018

Die syrische Regierung hat weitere Freiwilligenmilizen nach Afrin im Nordwesten des Landes geschickt. Auf der Grundlage eines Abkommens zwischen Damaskus und den kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG/YPJ sollen sie helfen, die Grenzen des seit fünf Wochen von der türkischen Armee und Söldnern der »Freien Syrischen Armee« (FSA) angegriffenen Selbstverwaltungskantons zu verteidigen. Im Zentrum von Afrin-Stadt wurde die Ankunft der »Nationalen Verteidigungskräfte« begeistert gefeiert. Demonstranten hielten Bilder des syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad und des in der Türkei inhaftierten Vordenkers der kurdischen Freiheitsbewegung, Abdullah Öcalan, hoch.

Auch in das vorwiegend von Kurden bewohnte Stadtviertel Scheich Maksud im Osten von Aleppo rückten am Donnerstag Regierungskräfte ein. »Aufgrund des Schweigens der Weltmächte in bezug auf die barbarischen Angriffe auf Afrin haben wir alle Einheiten der YPG und YPJ aus der Region Aleppo abgezogen und nach Afrin verlegt, um an der Verteidigung des Kantons mitzuwirken«, begründete die YPG-Kommandantur die Übergabe des seit 2011 unter ihrer Kontrolle stehenden Stadtteils an die Regierungstruppen.

Unbeeindruckt von der neuen Allianz setzte die türkische Armee ihre Luft- und Bodenangriffe auf Afrin fort. Bei der Bombardierung eines aus Dutzenden Fahrzeugen bestehenden Hilfskonvois 15 Kilometer südöstlich von Afrin-Stadt wurden in der Nacht zum Freitag ein Zivilist getötet und ein Dutzend weitere zum Teil schwer verletzt. Die türkischen Streitkräfte veröffentlichten am Freitag Luftaufnahmen von der Attacke und behaupteten, es habe sich um einen »Terrorkonvoi« der PKK, der YPG und des »Islamischen Staates« gehandelt.

Wie aus Zivilisten angebliche Kämpfer gemacht werden, verdeutlichen unterdessen von der FSA-Brigade »Mehmet der Eroberer« verbreitete Bilder. Auf einem Foto ist eine zivil gekleidete Dorfbewohnerin bei ihrer Verschleppung durch die FSA zu erkennen, auf einem anderen wird sie als gefangengenommene YPJ-Kämpferin in Militärkleidung präsentiert.

Während die türkische Regierung behauptet, bislang sei kein einziger Zivilist getötet worden, gibt der Gesundheitsrat von Afrin die Zahl der zivilen Toten innerhalb der ersten 34 Kriegstage mit 176 an.

January 30 2018

paket
07:36

Ankaras Dschihad - junge Welt

Die Türkei setzt in Syrien auf islamistische Terrorbanden, bombardiert Krankenhäuser und Schulen. Kurden melden sogar den Einsatz von Napalm
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September 02 2014

paket
11:29
Das ehemalige Nachrichtenmagazin erklärt die Lage in Donetsk. Popcorn bereithalten!

Es geht damit los, dass die Russen sagen, die Ukraine würde Zivilisten beschießen. Alles Lüge!

Ja, tagtäglich gibt es dort Einschläge von Artillerie, es gibt Zerstörungen und menschliche Opfer. Die Treffer konzentrieren sich aber im Wesentlichen auf zwei Gebiete: die Gegend im Norden um den Hauptbahnhof und auf den Petrowski-Stadtbezirk im Südwesten.
Seht ihr? Von Beschuss von Zivilisten kann ja wohl keine Rede sein! Und überhaupt, die Schule, die Kiew beschießen ließ, die war schon geräumt. Und der eine Laden, der nicht geräumt war, wo es Todesfälle gab? Naja, das waren halt Kollateralschäden, das zählt auch nicht.

Na ein Glück, dass wir da jetzt Spiegel-Korrespondenten vor Ort haben! Sonst wären wir nicht so hervorragend über diesen Konflikt informiert!

Fefes Blog

August 22 2012

paket
20:05

Die Bomberbesatzung für Hiroshima wurde von einem Seelsorger mit folgenden Worten auf den Weg geschickt:

Allmächtiger Vater, der Du die Gebete jener erhörst, die Dich lieben, wir bitten Dich, denen beizustehen, die sich in die Höhen Deines Himmels wagen und den Kampf bis zu unseren Feinden vortragen [...] Wir werden im Vertrauen auf Dich weiter unseren Weg gehen; denn wir wissen, dass wir jetzt und für alle Ewigkeit unter Deinem Schutz stehen. Amen.

Später wird Helmut Gollwitzer zu diesem Gebet sagen, es verdiene, "als Dokument christlicher Gotteslästerung, vor der die Lästerungen des professionellen Atheismus im Osten zur Harmlosigkeit verblassen, in die Kirchengeschichte einzugehen."

Manche Japaner sprachen von der "christlichen Bombe" | Telepolis
Tags: krieg

July 27 2011

paket
11:55

Konservativer Terrorismus

Einige Massenmedien wie Bertelsmann’s n-tv bezeichnen Anders Behring Breivik, den Täter des Massakers vom 22.7. in Norwegen, als “rechtsextrem”, andere wie die österreichische “Kleine Zeitung” der Styria Media Group beschreiben ihn als “Neonazi” und Springer’s Bild nennt ihn “Rassist”. Im Falle des islamophoben Ermordung von Marwa El-Sherbini waren diese Bezeichnung für den Täter wohl zutreffend, doch beim Massaker in Norwegen sieht die Sache etwas anders aus, und die Massenmedien haben allen Grund die Wahrheit zu verbergen.

Der Täter selbst bezeichnete sich auf seinem wenige Tage vor der Tat angelegten und kurz nach der Tat von Facebook gelöschten Profil nämlich explizit als “konservativ” und “christlich.”. Als seine Idole hat Anders Behring Breivik auf seiner Facebook-Seite den britischen Politiker Winston Churchill und den norwegischen Widerstandskämpfer und späteren Unternehmer Max Manus angegeben.

Ein blonder, großer nordischer Typ war der Täter, finanziell erfolgreich, konservativ und christlich. Herrschende Medien und Polizisten zeigen sich überrascht. “Er kam einfach aus dem nichts,” betitelt der deutsche Spiegel einen Polizisten zitierend einen Artikel. Dahinter steht unschwer erkennbar die Illusion, konservative Christen tun “so etwas” nicht. Schließlich sind die Eigentümer und Chefs der meisten Medien genau das: konservative Christen. Nachdem er “es” getan hat, kann er unmöglich ein konservativer Christ sein. Denn ist das konservative Christentum “so eine” Ideologie, dann ist dauch die Ideologie, die eben jene Medien vertreten und verbreiten, eine Ideologie, die Terrorismus gebiert.

Es wundert deshalb nicht, dass viele Medien den Täter lieber mit Begriffen beschreiben wie “Neonazi”, “rechtsextrem” oder “Rassist” als mit den Begriffen, mit denen der Täter sich selbst bezeichnet, nämlich “konservativer Christ.” Verwendeten die Medien den Begriff “konservativer Christ”, so führte sie zur Notwendigkeit der Reflexion der eigenen Ideologie, nämlich des konservativen Christentums. Und so findet sich unter deutschen Medien nicht ein einziges Medium, dass die naheliegende Frage stellt, wenn der Täter denn ein “konservativer Christ” ist, warum er sich dann nicht an die zehn Gebote hält. Dort heißt es schließlich ganz deutlich: “Du sollst nicht töten!”

Dabei kennt ausnahmslos jeder Journalist, der in einem Massenmedium des westlichen Kulturkreises arbeitet, das fünfte Gebot. Doch würde ein Journalist mit dem Finger auf den Täter zeigen, um die Verletzung des fünften Gebotes anzuprangern, so würden drei seiner Finger auf ihn selbst zeigen. Natürlich haben die wenigsten Journalisten der Massenmedien jemals selbst eigenhändig getötet. Doch gehören sie zu denjenigen einflussreichen Persönlichkeiten, die das Töten anderer Menschen in der christlich-konservativen Gesellschaft zur gesellschaftlich akzeptierten Normalität haben werden lassen.

Einen Tag vor dem Massaker in Norwegen wurde im US-Bundesstaat Georgia der 37-jährige Andrew DeYoung getötet. Es ist nicht so, dass die Medien das nicht mitbekommen hätten. Die Webseite des konservativ-christlichen Spiegel berichtete beispiels darüber, dass die Hinrichtung gefilmt wurde, doch entschiedene Kritik daran, dass mit der Hinrichtung gegen das fünfte Gebot verstoßen wurde, blieb aus - und das obwohl Nathan Deal, der Gouverneur des Staates Georgia, der die Hinrichtung hätte verhindern können, sich als Christ bezeichnet. Und es gab trotz der eklatanten Verletzung des fünften Gebotes unter Federführung eines christlichen Governeurs im befreundeten Staat USA auch keinerlei Aufschrei über die Tötung von Andrew DeYoung in der deutschen Politik, auch nicht in den christlichen Unionsparteien. Das Töten anderer Menschen ist so ein Stückchen weiter zur gesellschaftlich akzeptierten Normalität in der christlich-konservativen Gesellschaft geworden.

Am frühen Morgen des Freitag, dem 22.07.2011, dem Tag des Massakers in Norwegen, haben Männer des überwiegend christlich-konservativen Militärbündnisses NATO, zu dem auch Norwegen und Deutschland gehören, in der Provinz Paktika des fernen Landes Afghanistans an einem mehrere Stunden andauernden Massaker mitgewirkt, bei dem mehr als 50 Menschen getötet wurden. Kein christlich-konservatives Medium hat die Verletzung des fünften Gebotes angeprangert, und das, obwohl bekannt ist, dass zahlreiche führende in Afghanistan tätige Militärs der NATO Mitglieder in christlichen Gemeinschaften wie Opus Dei oder dem Malteserorden sind. Im Gegenteil, Springers Berliner Morgenpost, ein mächtiges mediales Flagschiff der christlich-konservativen Wertegemeinschaft in Deutschland, beschrieb die Tötung von mehr als 50 Afghanen, die sich gegen die Besatzung ihres Landes durch ausländische Truppen wehren, kurz und knapp ohne jede Kritik. Das Töten anderer Menschen ist so ein Stückchen weiter zur gesellschaftlich akzeptierten Normalität in der christlich-konservativen Gesellschaft geworden.

Im Verlauf des Freitags haben Kampfflugzeuge des christlich-konservativ dominierten Militärbündnisses NATO eine Fabrik für Wasserrohre etwa zehn Kilometer südlich der libyschen Hafenstadt Brega bombardiert und dabei sechs Menschen getötet. Ebenfalls am Freitag haben Soldaten der NATO im Bezirk Zarni der afghanischen Provinz Wardak drei Menschen durch Erschießen in ihrem zivilen Fahrzeug getötet, darunter eine Ärztin und ihren Sohn. Die Tötung dieser Menschen durch Angehörige des christlichen Kulturkreises war den christlich-konservativen Medien Deutschlands nicht wichtig genug, um überhaupt darüber zu berichten. Das Töten anderer Menschen ist so stillschweigend ein Stückchen weiter zur gesellschaftlich akzeptierten Normalität in der christlich-konservativen Kultur geworden.

Am Samstag haben Kampfflieger der christlich-konservativ dominierten NATO mindestens sechs große Bomben auf die libysche Stadt Tripolis geworfen, jede einzelne davon vermutlich mit einer größeren Zerstörungskraft wie die am Freitag in Oslo gezündeten sechs Tonnen Diesel-Dünger-Sprengstoff und obendrein höchstwahrscheinlich wie üblich mit hochgiftigem abgereicherten Uran versetzt. Und so weiter und so fort. So wird getötet, seit Jahrzehnten, tagein, tagaus, ganz christlich-konservativ, versteht sich.

Glaubt jemand ernsthaft, das Töten bliebe ohne Folgen für die tötende Gesellschaft? Der katholisch-konservativ geprägte US-Soldat Timothy McVeigh hat im Februar 1991 bei seinem ersten Tag im ersten Golfkrieg gegen den Irak einen Iraker mit seiner Kanone geköpft und das gefeiert. Kurz darauf bekam er, wie viele andere US-Soldaten auch, den Befehl sich massenhaft ergebende irakische Soldaten zu töten, weil nicht genug Platz für Gefangene da war, und war schockiert über das Ausmaß der Zerstörung auf der Straße des Todes. Am 19. April 1995 zündete Timothy McVeigh vor dem Murrah Federal Building in Oklahoma City einen aus 2,4 Tonnen Düngemittel und einigen Hundert Litern Treibstoff bestehenden Sprengsatz und tötete damit 168 Menschen. Sieht da jemand einen Zusammenhang?

Es ist doch wenig verwunderlich, dass solche Geschehnisse zu einer brutalen Kultur gehören, die selbst ihr elementarstes kulturelles Gebot, nämlich “Du sollst nicht töten,” ständig und routiniert missachtet. Fehlt der Respekt vor dem Leben, so wird das Töten Normalität. Den Rest besorgt Propaganda. Timothy McVeigh war überzeugt davon, dass eine kommunistische NWO-Verschwörung die USA und die Welt beherrschen wolle, und die Gesellschaft deshalb gegen den Staat und Alles, was sonst noch kommunistisch sein könnte, kämpfen müsse, damit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die Freiheit erhalten bleibt. Vater dieses in sich geschlossenen NWO-Weltbildes ist der christliche Fernsehprediger Pat Robertson, der ansonsten schonmal durch einen öffentlichen Aufruf zur Ermordung eines ihm nicht genehmen Präsidenten eines anderen Staates aufgefallen ist.

Die Ideologie von Anders Behring Breivik ist der von Timothy McVeigh in einigen Teilen nicht ganz unähnlich. Anders Behring Breivik ist ein konservativer Christ wie er im Buche steht: antikommunistisch, islamophob, Anti-Multikulti, nationalistisch und europäisch denkend zugleich und selbstverständlich pro-israelisch. Dieses Weltbild predigen die Medien den Menschen immer wieder und immer wieder. Als die mörderischsten Ideologien betrachtet Anders Behring Breivik den Marxismus, den Islam und den Nationalsozialismus - in dieser Reihenfolge. Er wähnte sich in einem Krieg zur Bewahrung der Kultur des christlich-jüdischen Abendlandes gegen den Islam, von dem er glaubte, dieser werde durch Vermischung die europäische Kultur auslöschen. So kann die Welt aussehen, wenn man sie durch das Prisma des Kampfes der Kulturen betrachtet, das Samuel Huntington entwickelt hat, und von zahlreichen Medien ganz ernsthaft diskutierend massenhaft verbreitet wurde, ganz so, als ob in den Massenmedien niemand gemerkt hätte, dass damit von interessierter Seite inspiriert die Grundlage für eine Neuauflage der Ideologie einer jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung gelegt wurde, wobei diesmal jedoch die Religion des Judentums gegen den Islam, und der Begriff der Rasse gegen den der Kultur ausgetauscht wurde - und demnach nun eine kulturelle marxistisch-islamische Weltverschwörung, deren Waffe die Kultur ist, das Feindbild sein soll.

Die Massenmedien, die nun Betroffenheit heucheln, haben diesen ideologischen Kleister der Angstmache vor einer marxistisch-islamischen Weltverschwörung gegen die christlich-israelische Kultur genauso angerührt wie sie durch ihre Berichterstattung dazu beitragen, dass ein Respekt vor dem Leben in der konservativ-christlichen Kultur kaum vorhanden ist.

Wer mal einen längeren Blick auf die zahlreichen aggressiven und hasserfüllten Blogbeiträge und Kommentare der zionistischen “islamkritischen” Konservativen wirft, der erkennt schnell, wo die Stereotpe und die Menschenverachtung bei den politisch inkorrekten Konservativen herkommen. Da wird der ideologische Faden der “konservativ-christlichen” Massenmedien aufgenommen und praktisch genau da weitergemacht, wo Massenmedien aufhören.

Falls es jemand geben sollte, der es noch nicht mitbekommen hat: in Deutschland brennen derweil Moscheen, doch der Einfluss islamfeindlicher Publikationen wird nicht untersucht - und der konservativer erst recht nicht. In Norwegen ist der von Massenmedien der westlichen Wertegemeinschaft gezielt angerührte konservative Ideologie-Mix des Kampfes der Kulturen nun offenbar mal wieder explodiert.

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